China

Der 5-tägige China Transit ist mit unzähligen Papieren, nervtreibenden Strapazen und enormen Kosten verbunden.

Aber es ist für uns die einzige Möglichkeit nach Pakistan und somit weiter östlich zu gelangen. Außerdem wartet mit dem Karakorum Highway mit 4.693m die höchst gelegene Fernstraße der Welt auf uns, der auch Pakistan-China Friendship Highway genannt wird. 

Die Grenzformalitäten sind eine Tortur: Unsere KTM 790 Adventure R werden u.a. geröntgt und wir selbst stellen uns in einen 3D Bodyscanner. Unsere Smartphones müssen wir entsperrt abgeben, damit die Grenzbeamten unsere Fotos auf verdächtigen Inhalt überprüfen können. Ob dabei auch eine Art Überwachungs-App im Hintergrund installiert wird, können wir nur vermuten - alltägliche Apps und Websites sind nun auf alle Fälle gesperrt.

Nach mehreren Checkpoints und weiteren Registrierungen ist der erste Tag vorüber, aber die Einreiseprozedur noch immer nicht final erledigt. Wir parken die beiden KTMs auf dem Zollgelände und morgen geht's munter weiter. Es scheint teilweise reine Schikane zu sein, wenn wir unsere Motorräder mehrmals umparken müssen, bis sie dann tatsächlich richtig stehen - so wie zu Beginn.

Aber die gute Nachricht: Wir sind in China und unser verpflichtend notwendige Guide ist absolute Spitze!

Er führt uns u.a. durch die verwinkelten Gassen der historischen Altstadt Kashgars und zeigt uns den riesigen Basar - dazu erhalten wir viele aufklärende lokale Informationen. 

Dabei immer präsent: Die totale Überwachung durch die Polizei und chinesiche Regierung. 

Die historischen Differenzen zwischen den im autonomen Gebiet Xinjiang ansässigen Uiguren mit der chinesischen Regierung in Bejing hat bestimmt zwei Seiten. Die Konsequenzen sind jedoch erschreckend und vor allem für die Uiguren ein tiefer Einschnitt der persönlichen Freiheit: Jede Fußgängerzone und viele Straßenunterführung haben unzählige Polizei Checkpoints zur Taschenkontrolle und Registrierung per Personalausweis.

Es gibt wahrscheinlich keinen Winkel in der Stadt, der nicht kameraüberwacht ist.

Die Tankstellen sind so abgeschottet als könnte man dort Waffen kaufen und nur nach Gesichtsscans zu betreten. Big Brother is watching you!

Somit sind wir froh als wir am vierten Tag das total überwachte Kashgar verlassen und wir uns auf den top asphaltierten Karakorum Highway begeben.

Zwischen den Checkpoints dürfen wir frei fahren und genießen die einzigartige Berglandschaft in vollen Zügen.

Das Ambiente des Karakul Sees mit seinen schneebedeckten 7.000m Gipfeln im Hintergrund lässt uns staunen. Der letzte Tag in China führt uns über den Khunjerab Pass zum 4.693m hohen Grenzübergang nach Pakistan.

Hier erwartet uns unmittelbar am pakistanischen Grenzzaun eine 1,5-stündige Prozedur der gänzlich anderen Art: Gruppenfotos, Selfies, Musik, Tanzen, Interviews und natürlich Probesitzen auf den beiden KTM 790 Adventure R.

Das ist doch mal eine freundliche Begrüßung: "Welcome to Pakistan!"

 

《245 Tage, mehr als 20 Grenzübertritte, zwei KTM 790 Adventure R und mindestens 30.000 Kilometer.

Wir fahren von Salzburg nach Singapur – mit dem Motorrad.》