Der Start

Salzburg Gaisberg -  2. April 2019 - 08:30 UTC

Los geht’s!

 

Nach einjähriger Planung war gestern endlich der große Tag gekommen – es ging los!

 

Auf dem Gaisberg in Salzburg haben wir uns mit einem lachenden und weinenden Auge von Familie und Freunden verabschiedet und die ersten Kilometer hinter uns gebracht. Unser erster Streckenabschnitt hat uns knapp 700 Kilometer nach Zadar, Kroatien geführt. So haben wir auch unseren verspäteten Start wieder aufgeholt und können die nächsten Kilometer entspannt genießen.

 

Heute früh sind wir mit dem Salzduft des Meeres aufgewacht und sind nun tatsächlich voll in unserem Abenteuer angekommen. Das Meer wird uns nun auch auf dem nächsten Streckenabschnitt begleiten: Wir fahren entlang der Küste nach Montenegro.

 

In der nächsten Woche wollen wir die Türkei erreichen – dann gibt’s hier einen Bericht über unsere ersten Tage in Europa.

 

Folgt uns bis dahin via Live-Tracking!



Die ersten tage in europa

Unsere ersten 8 Tage der Reise haben wir in Europa verbracht – bis wir in der Türkei auf den asiatischen Kontinent eingereist sind.

In dieser Zeit saßen wir rund 30 Stunden im Sattel und haben mehr als 2.000 Kilometer auf den Tacho unserer KTM 790 Adventure R gefahren. 

 

Schon am ersten Tag bringen wir 700 Kilometer hinter uns und fahren durch Österreich und Slowenien bis nach Zadar in Kroatien.

 

Und auch am zweiten Tag bleiben wir noch zwei Stunden auf der Autobahn – die vielen Kilometer zwischen uns und der Heimat machen den Abschied leichter und wir sehen die ersten beiden Tage als „Reise in die Reise“. In Kroatien geht’s dann auch endlich richtig los: auf Küstenstraßen fahren wir ein kurzes Stück durch Bosnien, bis wir am Abend in Montenegro ankommen.

 

Unseren Abend verbringen wir mit einem kühlen Bier auf dem Balkon unserer Unterkunft, genießen den herrlichen Blick über den See – und sind in unsere Reise angekommen.  


Der dritte Tag begrüßt uns mit einem kurzen Regenschauer. Wir lassen uns vom Wetter natürlich nicht abhalten und starten los – Tagesziel: Albanien.

 

Wir fahren entlang einer alten Passstraße mit Blick auf Kotor und die schmalen, kurvigen Straßen entlang des Skadarsko Sees führen uns langsam ins Landesinnere – ganz nebenbei genießen wir den tollen Ausblick. Die Landschaft ist wunderschön und abwechslungsreich, doch auch die Schere zwischen arm und reich lässt sich nicht übersehen. Teure Audi und BMW kommen uns in sehr einfachen Dörfern auf der Straße entgegen. Dieser Unterschied zu unseren Heimatländern begleitet uns ab jetzt die restliche Zeit auf unserem Weg durch Osteuropa. Nicht selten wird am Straßenrand Müll verbrannt, viele Häuser sind sehr einfach, schon etwas heruntergekommen oder gar nicht fertiggestellt. Im Gegensatz dazu ist es daheim schon fast peinlich sauber und uns stellt sich die Frage, wie viel Ordnung notwendig ist, dass der Mensch sich wohlfühlt.

 

 

Wir verbringen die Nacht im Castle of Cruje innerhalb der Burgmauern. Eine albanische Familie führt dort seit mehreren Generationen ein wirklich einzigartiges, kleines Gästehaus und wir fühlen uns sofort willkommen. Sollte es euch auch einmal dorthin verschlagen, esst auf jeden Fall dort zu Abend! Die „Herbergs-Mama“ kocht selbst für ihre Gäste und hat uns ein superleckeres Buffet aufgetischt, von dem wir mehr als satt wurden.

 



Unsere Route an Tag 4 schlängelt sich entlang einem Fluss in Richtung Griechenland – hier kommt richtig Fahrspaß auf!

 

Trotz Gepäck und der zusätzlichen Last der Reifen genießen wir unsere brandneuen Maschinen in vollen Zügen – leider wird die albanische Polizei auf unsere Fahrkünste aufmerksam, und Florian muss lernen, dass das Überholen bei doppelt durchgezogener Linie auch in Albanien nicht erlaubt ist. Am Abend sind wir froh, unser Tagesziel in Kastoria, Griechenland zu erreichen. Die beeindruckende karge Berglandschaft, die wir an diesem Tag durchquert haben, kann doch nicht ganz über die Tagestemperaturen um die 7°Celsius hinwegtäuschen, und wir freuen uns auf eine warme Mahlzeit bei einem kleinen griechischen Restaurant.

 

 

In der Zwischenzeit hat sich schon so etwas wie ein Reisealltag eingeschlichen und wir versuchen, einen guten Rhythmus und ein gutes System für uns zu finden: die Gepäckaufteilung (wir wollen nicht immer alle 3 Koffer bzw. Taschen mit ins Zimmer schleppen – dafür will das Gepäck klug aufgeteilt sein!), die Routenplanung und die Buchung der Unterkunft für den nächsten Tag strukturieren unsere Abende. Außerdem haben wir beschlossen, uns täglich mit dem Vorfahren abzuwechseln – so kann einer von uns beiden ein wenig abschalten, die Fahrt und die Landschaft genießen und nur noch gegebenenfalls die Route kontrollieren. 


 

Am fünften Tag fahren wir Richtung Küste und hoffen auf wärmeres Wetter (Spoiler: darauf konnten wir noch lange warten). Wir kommen an einem riesigen Schaufelradbagger vorbei, der scheinbar einfach an Ort und Stelle zurückgelassen wurde. Der Bagger ist gigantisch und wir nutzen die beeindruckende Kulisse, um ein paar Bilder zu machen. Und natürlich können wir nicht widerstehen, und klettern die Leitern am Bagger bis ganz nach oben hinauf – unsere Motorräder sehen von dort oben wie Kinderspielzeug aus und der Ausblick ist gigantisch. 

 

Wir verbringen die beiden kommenden Nächte in Ofrinion in Griechenland und gönnen uns einen ersten Ruhetag. Ein kurzer Lauf am Strand entlang (wer jetzt an Sonne denkt, liegt falsch – das Wetter war immer noch regnerisch) lockert unsere Glieder, die nach der langen Zeit in der gleichen Haltung auf den Motorrädern etwas eingerostet sind. Den Rest des Tages verbringen wir mit Routenplanung, denn die nächsten zwei Wochen werden uns quer durch die Türkei führen.