Kirgisistan

Kirgistan begrüßt uns wie das Bild einer Postkarte: Jurten auf grünen Wiesen, wild lebende Pferde und im Hintergrund schneebedeckte Berge. Die dazu meist hervorragenden Hauptstraßen laden einfach nur zum Genießen ein. Doch bevor wir diese Szenarie richtig genießen können, ruft erstmal die Pflicht: Die beiden KTM 790 Adventure R haben mittlerweile gut 15.000 km auf dem Tacho und es ist Zeit für den Service bedingten Ölwechsel. Nach den staubigen Strapazen des Pamir Highways tauschen wir bei dieser Gelegenheit auch gleich noch die Luftfilter aus. Für zwei Wochen trennen sich nun unsere Wege, da wir jeweils mit unseren Freundinnen Kirgistan bereisen werden. Auch zu zweit und mit Zusatzgepäck machen die KTM 790er außerordentlich viel Spaß! In den schattigen Walnusswäldern rund um Arslanbob genießen wir erstmal die Ruhe und tauschen uns über die zahlreichen Erlebnisse der letzten Wochen aus. Außerdem besuchen wir den Wasserfall im Ort, der zur absoluten Touristenattraktion wurde. Bei der anschließenden Fahrt durch die Suusamyr Hochebene bekommen wir einen ersten Eindruck vom Leben der kirgisischen Nomaden: Im Sommer treiben sie ihre Pferde und Schafe auf dieses kühlere Plateau, um sie auf den saftig grünen Wiesen frei laufen zu lassen. Sowohl die Nomaden als auch wir schlafen hier standesgemäß in traditionellen Jurten, die nachts zum Glück beheizt werden. Diesen Luxus haben wir Tags darauf beim Camping an einem Fluss leider nicht, dafür wärmt uns ein Lagerfeuer. Wie wunderschön kontrastreich Kirgistan ist, zeigen die darauffolgenden Tage am Issyk Kul See, der mit einsamen Stränden, leckeren Fischessen und mit dem nahegelegenen Fairy tale Canyon begeistert. Die Landschaft ist ein prächtiges Spiel der Farben, das uns zum Staunen bringt. Nach dem Besuch einer traditionellen Filzmanufaktur geht es für uns an den über 3.000m gelegenen Song Kol See: Pferdeherden auf grünen Wiesen umringt von Gebirgsketten - dieses einzigartige Ambiente und die erholsame Ruhe lässt uns richtig entspannen bevor es wieder nach Osh zurück geht und wir von unseren Freundinnen Abschied nehmen müssen. Auf den teils sehr schlammigen und zugleich wunderschönen Offroad Wegen zur chinesischen Grenze kommt ein gemischtes Gefühl aus Neugier und Anspannung hoch, da wir schon einige kuriose Berichte über den nun anstehenden China Transit gelesen haben. Rund ein Monat in Kirgistan neigt sich dem Ende. Wir verbringen den letzten Tag mit mäßig erfolgreichem Angeln am Bach neben unserer Jurte und einer abschließenden Sauna auf knapp 3.000m - umrahmt von einem Regenbogen im Hintergrund unserer Jurte. Kirgistan zeigt sich wirklich nochmal von seiner besten Seite. Am nächsten Tag nehmen wir wehmütig von diesem wunderschönen Land Abschied und treffen unseren obligatorischen Guide am chinesischen Grenzübergang. 《245 Tage, mehr als 20 Grenzübertritte, zwei KTM 790 Adventure R und mindestens 30.000 Kilometer. Wir fahren von Salzburg nach Singapur – mit dem Motorrad.》