MYANMAR

Myanmar mit dem eigenen Fahrzeug zu bereisen ist aktuell nur mit einem Guide und im Rahmen einer Gruppe mit anderen Überland-Reisenden erlaubt. Um die Kosten möglichst gering zu halten, hat sich unsere Gruppe für einen relativ straffen Zeitplan entschieden und möchte das Land in nur sechs Tagen durchqueren. Dabei darf jeder Teilnehmer die einzelnen Tagesetappen frei fahren und die Gruppe trifft sich in der Regel erst wieder zum gemeinsamen Abendessen. 

 

Kurz vor der Grenze zu Myanmar begegne ich bereits Josh, der mit einer Triumph Tiger 800 XC aus England angereist ist - somit geben wir beide ein sehr gutes Motorrad-Duo ab. Am nächsten Tag lernen wir auch die weiteren drei Gruppenmitglieder kennen und sind Dank unseres Guides relativ rasch eingereist. 

 

Die ersten Eindrücke in einem neuen Land sind für mich immer spannend, wie z.B. im Straßenverkehr im Vergleich zu Indien: Es sind deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs und das Fahrverhalten der Myanmare ist ebenfalls merklich entspannter. Außerdem fällt unserer Gruppe rasch auf, dass die myanmarischen Frauen in der Öffentlichkeit offenbar gleichgestellt sind. Insgesamt habe ich einen auffallend herzlichen ersten Eindruck, der sich auch bestätigen wird.

 

Myanmar ist an wenigen Orten seit einigen Jahren touristisch stark im Aufschwung. Die unzähligen Pagoden der alten Königsstadt Bagan sind ein absolutes Sightseeing-Highlight und die Motorräder dürfen sogar eine Runde auf den schmalen Pfaden durch die Büsche drehen.

Mit einem Boot erkunden wir den wunderschönen Inle-See, der durch die ausgeklügelten Pfahlbauten und üppige Wasser-Vegetation seit jeher Wohnraum und Lebensgrundlage für viele Myanmare bietet.

 

Mit unseren eigenen Fahrzeugen passieren wir auch viele abgelegene Dörfer, in denen wir stets sehr freundlich begrüßt werden. Die Menschen in Myanmar begeistern uns mit ihrer Höflichkeit und tragen immer ein Lächeln im Gesicht. Neben diesen tollen Erfahrungen der Gastfreundschaft, nehme ich auch wahr, wie die Myanmare häufig sehr einfach leben und zugleich auffallend glücklich wirken. Solche Eindrücke machen für mich eine Reise besonders und regen mich zum Nachdenken an.

 

Die Zeit in Myanmar war leider viel zu kurz, aber ich möchte auf alle Fälle nochmal zurückkommen, um tiefer in die Kultur des Landes eintauchen zu können. Nachdem wir alle im Norden Thailands eingereist sind, trennen sich die Wege unserer sympathischen Gruppe und ich erwarte bereits meine Freundin Julia, die mich fortan bis nach Singapur auf meiner KTM begleiten wird.

 

《245 Tage, mehr als 20 Grenzübertritte, eine KTM 790 Adventure R und mindestens 30.000 Kilometer.

Ich fahre von Salzburg nach Singapur – mit dem Motorrad.》