NEPAL

Nepal bietet mir einige erholsame Tagen in Pokhara, das als Ausgangspunkt für viele Wanderungen und als "Mekka des Gleitschirmfliegens" bekannt ist. Ich beobachte wie die Piloten ihre Kreise ziehen, lasse am Seeufer meine Seele baumeln und treffe viele andere Reisende. Diese Idylle ist zum sehr turbulenten und verschmutzen Kathmandu ein deutlicher Gegensatz. 

 

Für zwei Wochen besucht mich mein sehr guter Freund Timmy und wir sind nun wieder zu zweit mit meiner KTM 790 Adventure R unterwegs. Wenn man nicht langsam an den chaotischen Verkehr herangeführt wird, ist man zurecht ziemlich geschockt wie waghalsig und rücksichtslos auch hier in Nepal gefahren wird. Ständiges Hupen und schnelles Reaktionsvermögen bleiben die beste Lebensversicherung. In Kathmandu erleben wir an einigen religiösen Plätzen die Spiritulaität des Buddhismus und Hinduismus - bei den zeremionellen Leichenverbrennungen können wir eine ganz besondere Atmosphäre spüren.

 

Im historisch bedeutsamen Bandipur, dem geografischen Zentrums Nepals, kommen wir auf einem Hügel in Zelten unter und erhaschen einige Blicke auf das 8.000er Bergpanorama. Studenten aus der Region feiern ihren Abschluss und fordern uns zum traditionellen Tanz auf - so verbringen wir bei nepalesischem Volksliedern eine gesellige Zeit am Lagerfeuer.

 

Die kurvige Strecke führt uns zurück nach Pokhara, wo wir einige Tage die KTM stehen lassen. Wir treffen viele Reisende verschiedenster Nationen und lassen es uns unter anderem bei einer Bootstour, Wanderung sowie leckerem Essen gut gehen.

 

Unser Weg führt uns weiter in den Chitwan Nationalpark. Zu unserer Sicherheit begleiten uns zwei Führer. Zuerst paddeln wir in einem Kanu flussabwärts vorbei an Krokodilen und bekommen dann einige ernste Verhaltensvorschriften für unseren Fußmarsch zurück durch den dichten Dschungel unterbreitet. Zeitgleich kündigt sich ein wildes Nashorn an. Wir sind alle ziemlich aufgeregt bis abgeklärt ist, dass uns ein Flusslauf von dem nur etwa 20 Meter entfernten Nashorn absichert. So beobachten wir hinter Büschen versteckt aus nächster Nähe sein Treiben - ein wirklich besonderes Erlebnis. Kurz darauf haben wir erneut Glück. Dieses Mal kreuzt eine Nashornmutter mit ihrem Neugeborenen unseren Pfad. 

 

Als wir am Abend bei einem kühlen Bier in einer Bar unsere Erlebnisse Revue passieren lassen, schlendern zuerst einige Elefanten von der Feldarbeit durch das Dorf zurück. Doch plötzlich sind alle ganz aufgeregt. Ein wildes Nashorn hat sich offenbar verlaufen und spaziert nun seelenruhig durch die Gassen.

 

Zurück in Kathmandu heißt es Abschied nehmen und ich breche auf in Richtung Grenzübergang nach Nordostindien.

 

《245 Tage, mehr als 20 Grenzübertritte, zwei KTM 790 Adventure R und mindestens 30.000 Kilometer.

Wir fahren von Salzburg nach Singapur – mit dem Motorrad.》